Februar: pinke & grüne Lieblingslinks

Der Februar hält für mich neben besonderen wiederkehrenden Momenten wie Jahrestag, Geburtstag (32, Leute!) und Berlinale (ich LIEBE dieses Festival) dieses Jahr auch eine Premiere bereit: Zum Monatsende verlasse ich meine Festanstellung, die in den letzten 3 Jahren ein wichtiger Teil meines Lebens war, die mir viel Freude bereitet, mir aber auch meine Grenzen aufgezeigt hat. Ich wage also mit 32 nochmals den Sprung in die Selbstständigkeit, fange zwar nicht ganz von vorne an, aber irgendwie kommt es mir manchmal so vor. Neben den großen Dingen, sind es auch Kleinigkeiten, auf die ich mich freue: wie z.B. diese Kategorie, die ich das letzte Mal im Mai gepflegt habe, endlich wieder regelmäßig zu füllen. Denn in der Blogosphäre entfalten sich immer wieder spannende Diskussionen. Und ich freue mich, bald wieder aktiv daran teilzuhaben. Hier also meine Februar-Lieblingslinks.

Viele von euch kennen den amazed-Artikel von Amelie sicherlich schon, in dem sie schreibt, wie sie auf der Modenschau von Marina Hoermanseder des Platzes verwiesen wurde. Der gemutmaßte Grund:  Amelie äußerte sich letzten Sommer kritisch über das Publikum. Eine Abstrafung also für eine Meinungsäußerung? Weder vom Label noch von der betreuenden PR-Agentur gibt es bisher ein Statement zum Vorfall. Mich beschäftigt dieser Artikel auch deshalb, weil ich mich jede Saison aufs Neue mit der Scheinwelt Fashion Week konfrontiert sehe. Auch wenn ich mir die Shows im Zelt nicht mehr anschaue, so gehe ich doch zwei Mal im Jahr zu den nachhaltigen Fashion Shows. Und der Zirkus, den ich vorher immer beobachtet habe, findet auch irgendwie hier statt. Zwar berichte ich kaum noch über die Shows bzw. zeige nur das, was ich zeigenswert finde, aber letztlich könnte ich viel mehr dazu sagen. Umso mehr Respekt habe ich davor, dass Amelie für ihre Meinung einsteht und es in Kauf nimmt, nicht mehr Teil der Front Row zu sein. Madeleine von dariadaria hat Amelies Artikel zum Anlass genommen, um über die Zusammenarbeit von PR-Agenturen und Bloggern zu schreiben. Ein Verhältnis, das eigentlich auf Geben und Nehmen beruhen sollte, aber oft einseitig und mit einer hohen Erwartungshaltung verbunden ist. Wer sich kritisch äußert, muss damit rechnen, nicht mehr angefragt zu werden. Denn statt in den Dialog zu treten und die Kritik anzunehmen, um so besser zu werden, bevorzugen viele PR-Agenturen Influencer, „die intransparent arbeiten, keine ehrliche Meinung haben und sich, banal ausgedrückt, kaufen lassen.“ Das Ergebnis kann man meiner Meinung nach bereits im Netz sehen: Ein Einheitsbrei an Blogs, auf denen Inhalte nur eine untergeordnete Rolle spielen und ein Lifestyle promotet wird, der nichts mehr mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun hat.

Nochmal amazed (sorry, not sorry). Antonia bezieht Stellung zu Transparenz in der Kennzeichnung von Werbung. Erst auf der Fashion Week entstand im Rahmen eines Influencer-Vortrags eine kleine Diskussion, ob Werbung und Kooperationen gekennzeichnet werden sollten. Mein Problem: Ich verstehe diese Diskussion überhaupt nicht. Besonders in der eco-fairen Modebranche ist es mir schleierhaft, wie wir auf der einen Seite, Transparenz von Modelabels einfordern können und auf der anderen Seite überlegen, inwiefern unsere Arbeit dem Transparenz-Kredo unterliegen sollte. Verargumentiert wird es oft damit, dass man ja ohnehin nur Marken unterstützt, die den eigenen Prinzipien entsprechen. „Was für den Blogger an sich keinen großen Unterschied macht, ,weil man ja nur Dinge macht, die man gut findet und somit alles – selbst bezahlt oder nicht – eine Empfehlung ist‘, bleibt es für den User ein Unterschied“, so Antonia und sagt weiter: „In einer Branche, die sich stetig weiterentwickelt, die es so vor zehn Jahren noch nicht gab, braucht es mit der Professionalisierung auch eine Reglementierung.“ Die Frage, wie Werbung gekennzeichnet wird, ist oft unklar und wird im eigenen Ermessen vorgenommen. Da schließe ich mich selbst ein, auch wenn ich auf Pink & Green wenige Kooperationen eingehe, da die Branche einfach noch Nachholbedarf hat (ein anderes Thema). Wenn ihr euch als Leser auch mehr Transparenz im Netz wünscht, könnt ihr die Petition „Schleichwerbung: mehr Transparenz und Kennzeichnung“ unterschreiben, die eine Gesetzesreform zum Umgang mit Werbung und Schleichwerbung auf Social Media-Plattformen bewirken möchte. Oder einfach hier mit mir diskutieren.

Nach wichtigen Grundsatzdiskussionen möchte ich auch die schönen Seiten hervorheben, die uns daran erinnern, warum wir machen, was wir machen. Im 1. Teil meines Messeberichts vom Greenshowroom und der Ethical Fashion Show Berlin, habe ich euch viele tolle Modelabels gezeigt, die für eine andere Mode stehen. Auch Anna und Esther vom Kunstkinder Mag, Julia vom nice to have mag und Lena von Healthy Lena haben sich vor Ort umgesehen und ihre Favoriten vorgestellt. Anna und Marcus von VIERTEL \ VOR haben die Macher von der Sneaker-Brand Veja auf der Seek während der Fashion Week interviewt. Und YouTubertin Verena Erin von meinem absoluten Lieblingskanal My Green Closet hat ausgewählte eco-faire Brands vor die Kamera geholt.

Seit Ende Januar gibt es das neues Original Unverpackt-Magazin von Original Unverpackt-Gründerin Milena Glimbovski. Das Online-Magazin informiert über Ernährung, grünen Lifestyle, Umwelt, Zero Waste und gesellschafts-politische Themen. Das Besondere: Die Community kann selbst Beiträge für das Magazin einreichen und die Inhalte so aktiv mitgestalten.

Sich für das bessere Produkt zu entscheiden, ist oft gar nicht so schwer. Vor allen Dingen, wenn man nicht zum passiven Konsumenten verdammt wird, sondern das Produkt aktiv mitgestalten kann. Und Karma-Punkte gibt es noch obendrauf. Die Karma Classics sind aus Bio-Baumwolle und werden in Zusammenarbeit mit Ethletic in Pakistan produziert. Die gesamte Produktionskette könnt ihr hier nachlesen. Im Ko-Kreationsprozess mit seinen Prosumenten designte Karma Classics die grüne Buddha-Sohle aus Naturkautschuk sowie die Tags „Give & Take“, die auch in der neuen Sommer-Kollektion Einsatz finden. Für die 4. Ernte wurde der Wunsche nach einem flachen Schuh erhört. Dieser wird in den Farben Rot, Grau, Weiß, Blau und Grün erhältlich sein. Damit der neue Karma Classic in die Produktion gehen kann, müssen mindestens 500 Paar abgenommen werden. Maximal werden 2.000 Schuhe produziert. So wird sichergestellt, dass nur so viel produziert wird, wie auch tatsächlich konsumiert (oder prosumiert) wird. Die Vorbestellung läuft über eine startnext-Crowdfunding-Kampagne, wo ihr euch für 72,00 Euro 1 Paar Karma Classics sichern könnt, die dann pünktlich zum Sommer ausgeliefert werden. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

05,72 € Startnext-Gebühren
28,80 € Produktionskosten
00,71 € Transport zum Lager
07,14 € Versand zu euch
18,00 € Unsere Geschäftskosten
11,52 € Umsatzsteuer
Gesamt: 71,89 €

Klingt nach einem guten Karma-Deal, wie ich finde. Bis zum 14. Februar könnt ihr die Crowdfunding-Aktion noch unterstützen und euch ein Paar der limitierten Karma Classics sichern. *

Für die Unterstützung dieser Aktion erhalte ich eine kleine Aufwandentschädigung, die meine persönliche Meinung in keinster Weise beeinflusst. #transparenzimnetz

2 Gedanken zu „Februar: pinke & grüne Lieblingslinks“

  1. Liebe Nina!

    Ich danke dir für die schöne Zusammenstellung dieser allesamt hochinteressanter Links! Die meisten Artikel hatte ich zwar vorher schon gelesen, aber sie noch einmal so versammelt und mit Kommentar versehen zu sehen, regt noch einmal die eigene Reflexion an.
    Ich finde es gut und wichtig, dass Blogger*innen nicht nur immer die schöne, heile Welt (die nämlich gar nicht so heile ist wie sie scheint und manche Firmen sie gerne scheinen lassen würden) repräsentieren und auch kritisch hinterfragen und ihre Persönlichkeit sowie ihr ganz alltägliches Leben mit den Leser*innen teilen. Denn alles andere bringt nicht nur letzten Endes diesen wenig (was nützen mir die tollen Outfitposts, wenn ich mir ein Teil höchstens nach 3 Monaten Arbeit leisten kann?), sondern festigt auch ein Bild von Konsumieren und Jetsetten und Mehrmehrmehr, das wir uns als Menschheit insgesamt nicht (mehr) leisten können.
    Und dass gerade die, die solche Dinge offen und ehrlich ansprechen, dafür bestraft werden, ist ein absolutes Unding, das dringend den öffentlichen Diskurs benötigt.

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. Danke für deine Gedanken dazu, liebe Jenni. Ich erwische mich tatsächlich hin und wieder auch dabei, wie ich mich manchmal mit Kritik zurückhalte und übe mich darin, mich von Erwartungshaltungen Dritter loszulösen. Deswegen denke ich auch, dass wir darüber offen sprechen sollten, um so ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und eine Arbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen. Liebe Grüße von Nina

Schreibe einen Kommentar zu Nina Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.