How to Change the Fashion Game – 3 Tipps, wie du die Modeindustrie herausfordern kannst

Vor der Revolution ist nach der Revolution! Die Fashion Revolution Week geht zwar heute offiziell zu Ende, aber die Revolution geht weiter – online und offline. Dafür möchte ich euch 3 Tipps, wie wir die Modeindustrie das ganze Jahr über weiter herausfordern können, mit auf den Weg geben.

1. Such nach Gleichgesinnten

Die Power der Community ist nicht zu unterschätzen. Jahrelang habe ich nebenbei alleine dieses Blog betrieben und bin auf Veranstaltungen gegangen (okay, das mache ich immer noch so). Damals war die Blogger-Community noch wesentlich kleiner als heute und die meisten haben ihr eigenes Ding gemacht. Inzwischen hat sich das geändert und immer öfter tut sich die Slow Fashion-Blogosphäre zusammen, um mehr Menschen zu erreichen. Ich persönlich kann meine Werte und Visionen besser gemeinsam mit anderen vorantreiben. Denn zusammen blitzen die Funken, unsere Aktionen sind lauter und unsere Forderungen nicht so einfach zu ignorieren.
Wenn ihr keinen Blog habt (soll noch vorkommen, habe ich gehört), dann durchsucht mal eure Social Media-Kanäle nach Hashtags wie #letschangethatfashiongame,#whomademyclothes, #sustainablelifestyle oder Ähnliches. Denn das ist für mich der schönste Aspekt an Social Media: Es ist so einfach, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und sich vielleicht auch mal offline zu treffen.
Oder geht einfach auf eine Veranstaltung bei euch in der Nähe, alleine oder mit einem Freund oder einer Freundin im Schlepptau. In der Regel kommt man auf Events ziemlich schnell mit anderen ins Gespräch, weil die meisten von uns Anschluss an eine Community suchen, in der sie sich austauschen können.

2. Engagier dich

Ich glaube fest daran, dass wir alle zurückgeben sollten. Nicht in erster Linie wegen unseres Karmakontos, sondern weil unsere durchaus privilegierte Lebenssituation es uns erlaubt. Und so hart das auch klingen mag: Die meisten von uns haben die Wahl, sich zu entscheiden, ob wir abends unsere Zeit auf Netflix, in der Bar, im Kino oder sonstwo verbringen möchten. Was für einen Unterschied würde es machen, wenn wir ein Mal im Monat den Serienabend gegen soziales Engagement eintauschen würden? Einen ziemlich großen, davon bin ich überzeugt. Einfach mal zu einem Stammtisch von einer gemeinnützigen Organisation gehen oder sich informieren, was eigentlich lokalpolitisch in deiner Nachbarschaft passiert. Engagement hat viele Gesichter und kann auch im Kleinen anfangen. Für mich war mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit klar, dass ich meine Zeit auch dafür nutzen möchte, mich ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb bin ich dem Verein future fashion forward e.V. beigetreten, der in Deutschland beispielsweise die Fashion Revolution Week koordiniert. Hier schätze ich nicht nur den Austausch mit Gleichgesinnten (womit wir wieder beim 1. Tipp wären) aus verschiedenen Bereichen der Modeindustrie, sondern dass wir zusammen Dinge auf die Beine stellen, die uns als VerbraucherInnen ermächtigen und unterstützen, bewusste Konsumentscheidungen zu treffen.

Ich sage nicht, dass jede/r von uns, gleich in einen Verein oder in eine Partei eintreten muss, um sich zu engagieren. Aber zumindest sollten wir hier und da Aktionen unterstützen und unsere Stimme für einen positiven Gesellschaftswandel einsetzen. Auch kleine Dinge, wie eine Petition zu unterzeichnen, sind wichtig, um den Druck auf Entscheidungsträger zu vergrößern. Um mal ein konkretes Beispiel zu nennen: Aktuell könnt ihr die von Folkdays-Gründerin Lisa Jaspers initiierte Petition „Stoppen Sie Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen“ unterstützen. Diese fordert die deutsche Bundesregierung dazu auf, in Deutschland ein Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht nach französischem Vorbild zu verabschieden, sodass in Deutschland ansässige Unternehmen haftbar sind, sollten Sie entlang ihrer Lieferkette Menschenrechte und Umweltauflagen missachten. Unterschreiben könnt ihr die Petition auf change.org.

3. Hab Spaß dabei!

Vielleicht wird dir das Überdenken deines Konsumverhaltens am Anfang wie Verzicht vorkommen. Klar, du kaufst (hoffentlich) weniger und behältst deine Kleidung dafür länger. Das heißt aber nicht, dass Mode nicht mehr Spaß machen soll. Im Gegenteil. Shoppen ist wieder was Besonderes, etwas, wofür du dir bewusst Zeit nimmst. Mit deinem neuen Kleidungsstück tust du nicht nur dir was Gutes, sondern du feierst auch die Menschen entlang der Produktionskette. Mit dem Kauf von nachhaltiger Mode respektierst du zudem unseren wunderschönen Planeten und seine Ressourcen. Wow, das alles fühlt sich ziemlich gut an, oder? Auf einmal ist Mode nichts mehr, womit du dich aufmunterst oder womit du dich belohnst und was somit deine Stimmung reguliert.  Du hast einfach Spaß daran, Kleidung mit einer Geschichte zu tragen. Eine Geschichte, die du mit anderen teilen kannst und dich so mit Menschen zusammenbringt, die deine Ansichten teilen. Spaß natürlich inbegriffen, wie man auf den Fotos sehen kann, die meine Slow Fashion-Weggefährtin Jana von mir gemacht hat. Jana hat auf Not Another Woman Mag übrigens ebenfalls 3 Tipps geteilt (inklusive jeder Menge Links rund um eco-faire Mode) – schaut vorbei!

Mein Outfit:
Kleid Kiab mit traditionellem Kreuzstich des Hmong Stammes aus handgewebter Baumwolle von Weberinnen in Chiang Mai/Thailand: Black Velvet Circus X Folkdays
Silberohrringe aus Peru: Folkdays
Schuhe (privat): El Naturalista

Herzlichen Dank an das Team von Folkdays, das mir für die Fotos die Kleidung geliehen hat.

Copyright Fotos: the one and only Jana Braumüller für Pink & Green

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