Da postet eine der bekanntesten deutschen Modebloggerinnen, Jessica Weiß, auf ihrem Blogazine Journelles heute Morgen über „Mode zum Wegwerfen“ und schon müssen Kommentare moderiert werden. „Moralapostel“ sagen diejenigen, die weiterhin bei Primark kaufen wollen und sich von Weiß bevormundet fühlen. Und „heuchlerisch“ rufen diejenigen, die in der „Gier nach Neuem“ die Ursache für unsere heutige Wegwerfkultur sehen. Zugegebenermaßen ist es für ein Modeblog wie Journelles, das Konsum promotet und davon lebt, ein kleines Wagnis, das Kapitel Nachhaltigkeit aufzuschlagen. So kooperieren viele wirtschaftlich erfolgreiche Modeblogs mit Marken abseits von „Green Fashion“, animieren Leser zum Kaufen, und bekommen Provision, wenn sich Kaufempfehlungen in volle Warenkörbe verwandeln. Alles so schön bunt in der Modeblogosphäre! Bis jemand das Wort Nachhaltigkeit in den Mund nimmt. Dann gerät die schillernde Konsumwelt, durch die wir in unseren neuen Manolos tanzen, ins Wanken. „I couldn’t help but wonder… Wieso verunsichert uns Nachhaltigkeit so?“ „Nachhaltigkeit: Für mehr Balance auf Modeblogs“ weiterlesen
Kategorie: Wear
Fashion Post-it: Circle of Life
Erst steckte ich ihn an meinen Zeigefinger, dann bewahrte ich ihn jahrelang in einer kleinen Schachtel auf, bis ich ihn eines Tages auf eine goldene Kette aufzog. Bei meiner Abschlussprüfung trug ich ihn in meiner Hosentasche. Auf Reisen verstaue ich ihn in meinem Handgepäck. Als der Stein sich zu lösen drohte, brachte ich ihn zum Goldschmied. Und jetzt ruht er wieder in meinem Schmuckkasten und wird regelmäßig begutachtet. Das ist der Lebenszyklus, den mein Goldring in den letzten elf Jahren durchlaufen hat. Davor war er im Besitz meines Großvaters, der ihn in den 40er Jahren in Dänemark gekauft hat. Mein Großvater trug ihn auf seinem kleinen Finger. Wer weiß, wohin er ihn überall mitnahm und welche Geschichten er zu erzählen hätte.
Fashion Post-it: eine zweite Chance
Ich wohne zwar bereits seit über einem Jahr in meiner Wohnung, aber ein paar Umzugskartons stehen immer noch unausgepackt in der Ecke. Ich weiß, schlechtes Feng-Shui. Vor ein paar Monaten habe ich einen Blick in einen Karton mit der Aufschrift „Taschen“ geworfen. Dort in der Tiefe der Kiste lagen sie: ehemalige Weggefährten, mit den einen hielt ich es länger aus als mit anderen. Ich fing an zu zählen. Über 20. Und an manche hatte ich so gut wie keine Erinnerungen mehr. Mit dir war ich mal Essen, mit dir im Kino und dich fand ich echt niedlich, aber wir passten dann doch nicht zueinander. Und unter all den Verflossenen, blitzte dann doch noch eine große alte Liebe hervor: Eine knallbunte nuda-Umhängetasche, Modell t4 Rosamunde made in Switzerland, die ich vor mehr als 11 Jahren geschenkt bekam. Nach einem intensiven Tragejahr sind wir lange Zeit getrennte Wege gegangen. Aber jetzt fühlt es sich wieder richtig an. Ich glaube, ich gebe ihr eine zweite Chance.